recenseo
Texte zu Kunst und Philosophie
ISSN 1437-3777

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Josef Bordat: Die Geoglyphen in der Wüste. Theorien zur Entstehung und Bedeutung der Scharrbilder von Nazca. Mit Bildbeiträgen von Roxana Valdivia Bernedo.

Fest steht: Sie sind beeindruckend. Fest steht weiterhin: Sie gehören seit 1994 zum Weltkulturerbe. Fest steht schließlich: Der Weg zu ihnen ist beschwerlich, geht es doch über die Carretera Panamericana (Panamerican Highway) durch die sengende Hitze der Wüste (der Tag, an dem wir Richtung Nazca fahren, erscheint mir besonders heiß, nach den recht kühlen Tagen in Lima). Das steht fest. Alles andere scheint offen zu sein, geheimnisvoll, mythenumwittert.

Die Rede ist von den riesigen Geoglyphen in der regenlosen pampa, der steinigen Wüste bei Nazca. Der Name dieser Wüste (pampa) kommt von den Aymara-Indianern und kann mit "weite Ebene" übersetzt werden. Die Wüste wird im Norden durch den Río Ingenio, im Süden und Westen durch den Río Nazca und im Osten und Nordosten durch die Vorgebirge der Anden begrenzt. Die Geoglyphen von Nazca umranken in der Tat viele Mythen; sie gehören zu den letzten Geheimnissen der Erde. Es gibt - wie wir sehen werden - Theorien, doch das Rätsel um die genauen Hintergründe ihres Entstehens ist nach wie vor offen. Ich möchte mich diesem Rätsel nähern und mich dabei an die mehr oder minder gesicherten Fakten halten und die daraus entwickelten Theorien skizzieren.

Zunächst einige Angaben, die relativ unumstritten sind, obwohl auch hier die Zahlen enorm schwanken, je nach dem, welche Quelle man zu Rate zieht. Ich habe die plausibelsten, weil am häufigsten genannten, Daten zusammengestellt.

Beschaffenheit